DSGVO

Mouseflow Blog

Sie möchten Mouseflow testen?

Kostenfrei testen

Interview mit Mouseflow CEO Lasse Schou


 

Bitte erzähle uns etwas über deinen Werdegang und dein Unternehmen

Lasse: Mein Name ist Lasse Schou; Ich bin der Gründer & Geschäftsführer von Mouseflow. Ich lebe mit meiner Familie in Kopenhagen. Ich bin Informatiker, habe im Alter von 9 Jahren mit dem Programmieren angefangen und mit 21 Jahren meine erste Firma gegründet. Mouseflow habe ich 2009 gegründet. Seit Gründung ist Mouseflow eigenfinanziert, seit mehreren Jahren profitabel und hat mittlerweile 125.000 Kunden.

Heute haben wir eine gesunde Mischung aus kleinen und mittleren Unternehmen sowie internationalen Konzernen aus fast allen Branchen als Kunden. Wir lieben die Position, in der wir uns befinden: Das Verkaufen von Software an kleine und mittlere Unternehmen sowie der Verkauf auf Enterprise-Level an große Konzerne (natürlich in deutlich größerem Umfang und mit zusätzlichen Funktionen) ist definitiv eine Win-Win-Situation!

Warum hast du Mouseflow gegründet und wie bist du auf die Idee gekommen?

Lasse: Ich war bereits 7 Jahre Unternehmer und habe mit meiner Agentur viele Webseiten für Kunden erstellt. Google Analytics war zu der Zeit schon bekannt, aber es gab zu dieser Zeit nicht wirklich gute Tools, die aufzeigen konnten, wie Besucher sich tatsächlich auf einer Website verhalten. Das war wie eine Blackbox. Ich unterhielt mich mit einem Kollegen über die Visualisierung von Mausbewegungen und kam auf die Idee, Klick- und Bewegungsdaten in Heatmaps zu aggregieren. Also entfachte die Idee zu Mouseflow, weil ich so ein Tool für meine eigene Arbeit dringend brauchte.

Wurde Mouseflow anfänglich fremdfinanziert oder eigenfinanziert? Wie ist es heute?

Lasse: Mouseflow ist seit Gründung eigenfinanziert und ist es auch heute noch. Rückblickend hat uns diese Strategie die Möglichkeit gegeben, uns von Beginn an auf Gewinnerzielung zu fokussieren. Wir begannen mit ein paar Kunden und wuchsen im Laufe der ersten Jahre um 60-70% pro Jahr.

Das hat uns dabei geholfen, unsere Plattform zu skalieren und uns einen guten Ruf zu erarbeiten. Heute arbeiten wir mit Konzernen auf der ganzen Welt zusammen. Ein paar dieser sind: Microsoft, NBC, Philips, Costco, Regus und Office Depot.

Wie hast du die ersten Jahre empfunden und welche Hürden musstest du nehmen?

Lasse: Die ersten Jahre waren sehr lehrreich. Es hat Spaß gemacht, Mouseflow und das Produkt von Grund auf aufzubauen. Schwierig war es für mich allerdings, mit Ideen und Ratschlägen von Bekannten und Freunden umzugehen. Ich hatte leider einige Freunde, die mir Ratschläge wie "Warum machst du das nicht so?" oder "Das wird nie funktionieren!" gaben.

Letztendlich habe ich mich aber dazu entschieden, unseren Kunden zuzuhören (und ihren Wünschen zu folgen), um unser Produkt so zu gestalten, wie es heute ist. Dies war eine ausgezeichnete Entscheidung, weil ich am Ende unser eigenes Produkt verwendet habe, um zu verstehen, wie Kunden mit dem Tool interagieren - was funktioniert und was nicht. Heute erhalten wir regelmäßig die Rückmeldung von Kunden, dass unser Produkt weit besser ist als viele andere auf dem Markt. Und das ist toll zu hören!

Was war das größte Risiko, das du als CEO eingegangen bist? Hat es sich ausgezahlt?

Lasse: Das größte eingegangene Risiko war die Entscheidung, unsere Code-Basis vollständig zu neuzuschreiben und unser User Interface im Herbst 2015 zu überarbeiten. Wir verwenden Mouseflow selbst und unsere Kunden sind oftmals Profis in den Bereichen Webanalyse, Digital Marketing sowie UX - Daher erhalten wir auch so großartiges Feedback.

Irgendwann wurde klar, dass unsere Benutzeroberfläche nicht mit allen Funktionen mithalten konnte, die wir hinzufügen wollten. Ich erinnere mich genau an die Planung unserer benutzerdefinierten Variablenfunktion (die es Benutzern ermöglicht, ihre eigenen internen Daten mit unserem System zu verknüpfen) - Egal wie sehr ich es versuchte, es schien einfach nicht zu passen. Wir wussten jedoch, dass diese Funktion großes Potenzial hatte und unsere Kunden daran interessiert waren.

Ich habe dann die Entscheidung getroffen, dass die vernünftige Lösung nicht darin besteht, unsere aktuelle Architektur so zu modifizieren, dass eine Funktion passt, obwohl sie eigentlich nicht passt, sondern die Architektur von Grund auf neu zu gestalten. Dies erwies sich als die richtige Entscheidung und wir haben seitdem einige Funktionen hinzugefügt, die sonst auch nicht möglich gewesen wären. Kurz nach der Einführung unserer neuen Benutzeroberfläche hatten wir einen Zustrom neuer Kunden, sodass unsere Motivation auch weiterhin in Mouseflow zu investieren, gefestigt wurde.

Mit welcher Strategie gewinnt Mouseflow seine Kunden?

Lasse: Es mag überraschend klingen, aber die meisten unserer kleinen, mittleren und auch Konzernkunden gewinnen wir durch die Empfehlung bestehender Kunden. Lassen wir parallel Anzeigenkampagnen laufen und machen wir Outbound-Sales? Ja, sicher - Aber der signifikante Teil unserer Neukunden kommt auf Empfehlung zu uns. Sogar Kunden, die Mouseflow nur ein paar Tage testen, neigen dazu, anderen davon zu erzählen. Session Replay und Heatmaps haben noch einen gewissen Coolness-Faktor, von dem wir definitiv profitieren.

Wie wird das nachhaltige Kundenwachstum sichergestellt?

Lasse: Das Wichtigste ist, dass wir Mouseflow als Unternehmen und als Produkt kontinuierlich verbessern und fokussiert bleiben. Wir bitten unsere Kunden stets um ihr Feedback und geben ihnen die Möglichkeit, neue Funktionen auszuprobieren, um das Produkt aktiv mitzugestalten. Unsere Büros sind sehr auf Software-Entwicklung fokussiert, was bedeutet, dass wir neue Ideen vom Papier bis zum Prototypen sehr schnell umsetzen können.

Es gibt über 4 Milliarden Webseiten im Internet und mit derzeit 115.000 getrackten Websites kratzt Mouseflow nur an der Oberfläche. Sicherzustellen, dass Mouseflow so flexibel bleibt, dass wir Funktionen des Produkts sowie unser Marketing, schnell an unterschiedliche Markterfordernisse anpassen können, ist Herausforderung und Notwendigkeit zugleich.

Kannst du uns etwas über das Geschäftsmodell verraten?

Als Anbieter einer Software-as-a-Service (SaaS), versuchen wir die meisten Prozesse zu automatisieren, sodass neue Kunden mit einer Reihe von automatisierten E-Mails begrüßt werden, die bei der Installation sowie beim Lernen der Bedienung von Mouseflow helfen. Natürlich unterstützen wir Kunden, die spezifische oder technische Fragen haben, auch persönlich. Ist ist sogar so, dass uns oft mitgeteilt wird, dass unser schneller und verlässlicher Support einer der Gründe ist, warum Kunden bei uns sind. Kunden finden es einfach angenehmer, mit jemandem persönlich in Kontakt zu stehen, um eine konkrete Frage zu klären. Diese Form von Support wäre auch schwer zu automatisieren.

Unser Produkt steht dafür, unseren Kunden die Beantwortung unternehmenskritischer Fragen deutlich zu vereinfachen. Solange Mouseflow seinen Kunden weiterhin einen klaren Mehrwert schafft, werden wir auf eine gesunde und treue Kundenbasis zählen können.

Was für einen Nutzen konntest du aus dieser Erfahrung ziehen?

Lasse: Unser Team ist zwischen Europa (Dänemark und Deutschland) und den Vereinigten Staaten aufgeteilt, sodass wir die Distanz klar zu unserem Vorteil nutzen können. Wenn ein Büro schläft, übernimmt das andere Büro die Entwicklungs-, Support- und Verwaltungsaufgaben. Dies ist in der Tat ein Rezept für ein gesundes und nachhaltiges Unternehmen, das für die Kunden somit niemals schläft. Wir mögen das und es hilft uns dabei Kunden zu gewinnen, die wir ansonsten nicht bedienen könnten. Die meisten unserer Mitbewerber sind an einen bestimmten Ort bzw. eine Zeitzone gebunden - Wir können da oftmals schneller auf Anfragen reagieren und unser Produkt intelligenter verkaufen.

Was unterscheidet Mouseflow von seinen Mitbewerbern?

Lasse: Unser Fokus lag in den ersten Jahren ausschließlich auf kleinen und mittleren Unternehmen. Wir haben Mitbewerber, die eine Enterprise-Only-Strategie verfolgen, nur um durch hohe Kosten, lange Verkaufszyklen und schlechte Abschlussquoten belastet zu werden. Uns war klar, dass wir eine andere Richtung einschlagen mussten, um erfolgreich zu werden.

Wir haben unser Geschäft zunächst auf den uns damals vertrauten Säulen aufgebaut: kleine und mittlere Unternehmen, regionale Agenturen und Web-Entwickler. Dies bildete eine solide Basis von treuen Fans, Kunden und vor allem Branchenkontakten, die uns noch heute helfen erfolgreich zu sein.

Sobald wir vorhersehbare und wiederkehrende Umsätze vorweisen konnten, haben wir zwar unsere personellen Vertriebsaktivitäten auf Enterprise-Kunden fokussiert, aber die kleinen und mittleren Unternehmen dabei nicht aus dem Auge verloren. Heute haben wir in nahezu jeder Branche eine gesunde Mischung der Kundengröße. Dieser Umstand kommt ebenfalls dem Produkt zugute, da wir Funktionen hinzufügen konnten, die es sonst nie gegeben hätte.

Welche Erwartungen sollte ein Kunde an Mouseflow haben?

Lasse: Sobald Sie als Kunden auf Ihrer Website jemanden mit Mouseflow aufzeichnen, sollten Sie sich darauf gefasst machen, Einblicke in einerIhnen zuvor nicht bekannten Art zu erhalten, die Ihres bisheriges Verständnis von Webanalyse und UX-Analyse auf den Kopf stellen. Anstatt ausschließlich auf Zahlen zu achten, sehen Sie dank Mouseflow genau das, was Ihre Besucher sehen.

Welche Auszeichnungen hat Mouseflow bisher gewonnen?

Lasse: Wir haben 2017 bereits unseren dritten Gazelle Award erhalten. Diese Auszeichnung gebührt den am schnellsten wachsenden Unternehmen Dänemarks, die dabei profitabel sind.

Welche Ziele hast du mit Mouseflow?

Lasse: Unsere Hauptziele sind die Neukundengewinnung, die Reduzierung der Abwanderungsquote (Churn-Rate) sowie die stetige Optimierung unserer Plattform. Wir haben kürzlich den Meilenstein von 115.000 getrackten Webseiten erreicht, aber natürlich habe ich meine Augen schon auf den nächsten Meilenstein gerichtet - Wie schon gesagt, besteht das Internet aus 4 Milliarden Webseiten. Uns ist aber auch bewusst, dass wir auch zukünftig viel Zeit und Geld in unsere Plattform, unser On-Boarding und und auch Schulungen investieren müssen, um noch mehr Kunden langfristig von Mouseflow zu überzeugen.

Im Jahr 2017 sind dies für mich die wichtigen Punkte und bis jetzt zahlen diese sich für uns zum positiven aus. Plattformseitig investieren wir in Infrastrukturverbesserungen (wir leasen unsere eigenen Server), Caching (damit aggregierte Heatmaps schneller geladen werden) und neue intelligente Möglichkeiten der Interpretation von Daten durch Machine-Learning. Wir bekommen von Kunden oft die Frage gestellt: "Woher weiß ich, welche Daten ich mir anschauen soll?" - Und wir beabsichtigen, in den nächsten Quartalen genau für diese Fragestellung eine tolle Lösung zu entwickeln.

Welchen Rat kannst du als Unternehmer anderen Unternehmern geben?

Lasse: Ich denke, das wichtigste Ziel jedes Unternehmers ist es, für sein eigenes Unternehmen einen Weg zu finden, um nachhaltig Gewinne zu erzielen. Es ist zu einfach, sich von Schulden ablenken zu lassen, nur weil man eine Vision verfolgt und sich keine Gedanken darüber gemacht hat, wie diese Vision langfristig finanziert wird. Auch der Aufbau eines Unternehmens aus den falschen Beweggründen halte ich für nicht richtig.

Ich war in diesem Jahr bei der SaaStr Annual in San Francisco und hörte Peter Gassner (CEO Veeva) sagen, dass es wie eine Droge ist, von der man nicht mehr loskommt, wenn man ein nicht profitables, von Investoren finanziertes Unternehmen führt. Dies ist auch genau meine persönliche Meinung. Ich teile außerdem die Meinung von Basecamp's Jason Fried, der sagte, die Profitabilität sei ein Feature seines Unternehmens.

Was war dir die größte Lehre auf deinem bisherigen Weg?

Lasse: Ich habe mir selbst bewiesen, dass Sparsamkeit und der Aufbau eines kostengünstigen Geschäfts, das schnell seine Profitabilität erreicht, ein nachhaltiges Geschäftsmodell ist. Ich glaube fest daran, dass Rentabilität bedeutet, sich auf Kunden und nicht auf Investoren zu konzentrieren. Viele Startups (vor allem in der Bay Area) machen das meiner Meinung nach absolut falsch. Würden sie nachhaltige Gewinne an erster Stelle sehen, wäre deren Erfolg oftmals garantiert - Aber eben eine Frage der Zeit und an dieser mangelt es nicht zuletzt oft gerade den Investoren, aber auch häufig den ungeduldigen Gründern.


Background Image

Sind Sie bereit? Jetzt Kunde werden.

Kostenfrei testen